Elektrowerkzeuge
Teil von Messwerkzeuge für Baustellen: Auswahl, Kalibrierung und Prüffristen
Messwerkzeuge für Baustellen oder Mietgeräte im Kostenvergleich
Messwerkzeuge für Baustellen: Kaufpreise von Laserentfernungsmessern und Nivelliergeräten gegen Tages- und Wochenmieten, mit zwei Beispielrechnungen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Laserentfernungsmesser kosten im Fachhandel meist 90 bis 250 Euro inkl. MwSt., optische Nivelliergeräte 200 bis 500 Euro, selbstnivellierende Rotationslaser 700 bis 1.500 Euro.
- Baumaschinenverleiher verlangen für Nivelliergeräte etwa 12 bis 25 Euro je Tag und 40 bis 90 Euro je Woche, für Rotationslaser 25 bis 45 Euro je Tag und 90 bis 160 Euro je Woche.
- Der Kauf rechnet sich bei ganzjähriger Nutzung ab etwa 30 Einsatztagen oder acht Mietwochen pro Jahr.
- Miete bleibt günstiger bei kurzen Projekten, Lastspitzen und selten gebrauchter Messtechnik.
- Laserklasse, Unterweisung und Schutzmaßnahmen richten sich nach den Vorgaben der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zu Laserprodukten.
Kaufpreise für Laserentfernungsmesser und Nivelliergeräte
Laserentfernungsmesser der Laserklasse 2 sind auf Baustellen das verbreitetste Messwerkzeug. Modelle mit 50 bis 150 Metern Reichweite, Neigungsfunktion und Bluetooth liegen zwischen 90 und 250 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Die Messgenauigkeit beträgt bei diesen Geräten meist plus/minus 1,5 Millimeter. Bosch Professional gibt für seine Laserentfernungsmesser Reichweiten, Genauigkeiten und Zubehör wie Zieltafeln oder Stativadapter an.
Optische Nivelliergeräte für Höhenübertragung und Erdarbeiten kosten je nach Vergrößerung 200 bis 500 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Verbreitet sind 24- bis 32-fache Vergrößerung mit einer Genauigkeit von 2 Millimetern auf 30 Meter.
Selbstnivellierende Rotationslaser decken größere Flächen ab und liegen zwischen 700 und 1.500 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Mit Empfänger reicht der Arbeitsbereich je nach Modell über mehrere hundert Meter. Stativ und Messlatte werden separat gekauft und kosten zusammen 80 bis 250 Euro. Eine Justierung liegt bei etwa 80 bis 150 Euro pro Vorgang.
Mietpreise: Tagessätze und Wochensätze von Baumaschinenverleihern
Überregionale Verleiher wie Boels, HKL und Zeppelin führen Nivelliergeräte, Rotationslaser und Zubehör in ihrem Mietpark. Im Bestand dominieren Geräte von Leica Geosystems, Hilti und GeoMax. Abgerechnet wird nach Tag, Woche oder Monat, wobei der Wochensatz meist drei bis fünf Tagessätzen entspricht. Stativ, Messlatte und Empfänger sind häufig im Tarif enthalten, Kaution und Transport kommen hinzu.
| Gerät | Kaufpreis inkl. MwSt. | Tagesmiete | Wochenmiete |
|---|---|---|---|
| Laserentfernungsmesser, Klasse 2 | 90 bis 250 Euro | 8 bis 15 Euro | 25 bis 50 Euro |
| Optisches Nivelliergerät, 32-fach | 200 bis 500 Euro | 12 bis 25 Euro | 40 bis 90 Euro |
| Rotationslaser, selbstnivellierend | 700 bis 1.500 Euro | 25 bis 45 Euro | 90 bis 160 Euro |
| Nivellierstativ und Messlatte | 80 bis 250 Euro | meist im Tarif enthalten | meist im Tarif enthalten |
Laserentfernungsmesser werden seltener verliehen, weil der Kaufpreis niedrig ist und Handgeräte in jede Werkzeugtasche passen. Bei Nivelliergeräten und Rotationslasern ist der Mietmarkt dagegen breit.
Rechenbeispiel: Rotationslaser über fünf Jahre
Angenommen, ein Betrieb benötigt einen Rotationslaser mit Empfänger. Der Kaufpreis beträgt 1.100 Euro inklusive Mehrwertsteuer, die Miete 35 Euro pro Tag oder 130 Euro pro Woche.
Bei 20 Einsatztagen summiert sich die Miete auf 700 Euro, bei vier Mietwochen auf 520 Euro. Der Kaufpreis ist nach rund 31 Miettragen erreicht. Rechnet man 100 Euro Kalibrierung pro Jahr und eine Nutzungsdauer von fünf Jahren, entstehen Gesamtkosten von etwa 1.600 Euro.
Miete über dieselbe Laufzeit kostet bei 20 Einsatztagen jährlich 3.500 Euro. In diesem Beispiel rechnet sich die Miete nur, wenn jährlich deutlich weniger als 30 Einsatztage anfallen und das Gerät nicht dauerhaft vorgehalten werden soll.
Wann Miete die bessere Wahl bleibt
- Projekte unter zwei Wochen Laufzeit, bei denen kein Folgeauftrag absehbar ist.
- Lastspitzen, wenn eigene Geräte bereits ausgelastet sind.
- Messaufgaben, die nur in einer Bauphase anfallen, etwa Absteckarbeiten im Rohbau.
- Standorte mit hohem Diebstahlrisiko oder ohne sichere Lagerung.
- Kurzfristiger Bedarf an höherer Genauigkeit als die eigene Ausstattung bietet.
Verleiher tauschen defekte Geräte meist kurzfristig aus. Wartung, Justierung und Lagerung entfallen beim Mieter. Diesen Vorteilen stehen Aufwand für Abholung, Rückgabe und Einweisung gegenüber.
Laserklasse, Unterweisung und Betreiberpflichten
Auf Baustellen sind überwiegend Geräte der Laserklasse 2 im Einsatz, deren Strahlung bei kurzzeitigem Blickkontakt als ungefährlich gilt. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin fasst Klassen, Grenzwerte und Schutzmaßnahmen zusammen. Bei Klasse 3R oder 3B greifen weitergehende Pflichten, etwa ein Laserschutzbeauftragter und abgegrenzte Bereiche.
Diese Pflichten hängen am Betreiber, nicht am Eigentum. Ein Mietgerät befreit den Betrieb also nicht von Unterweisung und Kennzeichnung. Wer regelmäßig mit Klasse 3R arbeitet, sollte die Schutzmaßnahmen in die Kalkulation aufnehmen, unabhängig davon, ob gekauft oder gemietet wird.
Häufige Fragen
Ab welcher Nutzungsdauer lohnt sich der Kauf?
Bei Nivelliergeräten und Rotationslasern liegt die Schwelle häufig bei 30 Einsatztagen pro Jahr. Laserentfernungsmesser lohnen sich wegen des niedrigen Kaufpreises fast immer, sobald sie mehrmals im Monat gebraucht werden.
Was kostet die Kalibrierung?
Für Nivelliergeräte und Rotationslaser liegen Justierung und Prüfprotokoll meist zwischen 80 und 150 Euro pro Vorgang. Ein jährlicher Rhythmus ist branchenüblich, bei hoher Beanspruchung auch kürzer.
Welche Laserklasse ist auf der Baustelle zulässig?
Verbreitet ist Klasse 2. Höhere Klassen sind zulässig, lösen aber zusätzliche Schutzmaßnahmen aus. Die Aufsichtsbehörde beschreibt Grenzwerte und Maßnahmen für die einzelnen Klassen.
Sind Mietgeräte versichert?
Viele Verleiher bieten Haftungsbegrenzungen oder Versicherungspakete gegen Aufpreis an. Ohne solche Vereinbarung haftet der Mieter für Schäden und Verlust in voller Höhe.
Rechnet sich die Miete steuerlich anders?
Mietzahlungen laufen als Betriebsausgabe sofort durch den Gewinn. Beim Kauf verteilt sich der Betrag über die Abschreibung. Für die Liquidität ist das ein Unterschied, für die Gesamtkosten über die Laufzeit meist nicht.