Elektrowerkzeuge
Teil von Akkugeräte für Handwerk: Akkusysteme, Ladezeiten und Betriebskosten
Akkugeräte für Handwerk oder kabelgebundene Maschinen im Kostenvergleich
Akkugeräte für Handwerk im Kostenvergleich: Anschaffung, Energiekosten, Wartung, Akkuverschleiß und Einsatzgrenzen von Bosch, Makita, Metabo und Festool.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Kabelgebundene Maschinen kosten in der Anschaffung meist 30 bis 50 Prozent weniger als vergleichbare Akkusets.
- Energiekosten fallen bei beiden Bauarten niedrig aus, Akkuverschleiß und Ladeinfrastruktur wirken über die Nutzungsdauer.
- Auf Montage ohne Netzanschluss dominiert der Akku, in der Werkstatt bleibt das Kabel oft günstiger.
- Bosch, Makita, Metabo und Festool führen beide Bauarten, aber mit unterschiedlichen Akkuplattformen.
- Die Entscheidung hängt vom Einsatzort und vom vorhandenen Akkusystem ab.
Anschaffungspreise und Systemkosten
Ein Akkuset enthält neben der Maschine meist zwei Akkus und ein Ladegerät. Kabelgebundene Geräte kommen ohne diese Bestandteile aus. Dadurch entsteht schon beim Kauf ein Abstand.
Die folgende Rechnung nutzt angenommene Straßenpreise inkl. MwSt. aus dem Fachhandel. Sie zeigt Größenordnungen, keine tagesaktuellen Angebote.
| Gerät | Bauart | Preis inkl. MwSt. | Akku und Ladegerät |
|---|---|---|---|
| Bosch Professional GSR 18V-55 | Akku | rund 349 Euro | zwei 4,0-Ah-Akkus enthalten |
| Bosch Professional GSB 13 RE | Kabel | rund 129 Euro | nicht erforderlich |
| Makita DHP484 | Akku | rund 299 Euro | zwei 5,0-Ah-Akkus enthalten |
| Makita DP4010 | Kabel | rund 169 Euro | nicht erforderlich |
| Metabo BS 18 L | Akku | rund 279 Euro | zwei 4,0-Ah-Akkus enthalten |
| Metabo BE 751 | Kabel | rund 179 Euro | nicht erforderlich |
| Festool T 18+3 | Akku | rund 749 Euro | zwei 5,2-Ah-Akkus enthalten |
Die Differenz zwischen Akku- und Kabelvariante liegt in dieser Beispielrechnung bei 110 bis 570 Euro pro Arbeitsplatz. Bei fünf Geräten summiert sich das auf einen vierstelligen Betrag.
Wer bereits ein Akkusystem im Betrieb führt, rechnet nur mit dem nackten Gerät. Dann schrumpft der Abstand deutlich, weil Akku und Ladegerät entfallen.
Energiekosten pro Jahr
Der Stromverbrauch fällt bei Handwerkzeugen klein aus. Entscheidend ist die Laufzeit, nicht die Bauart allein. Das Umweltbundesamt liefert Daten zum Stromverbrauch und zur energetischen Bewertung von Elektrowerkzeugen.
Ein Ladegerät mit 60 Watt lädt einen 4,0-Ah-Akku in etwa einer Stunde. Bei 250 Ladevorgängen pro Jahr entstehen rund 15 kWh. Bei einem Arbeitspreis von 0,35 Euro pro kWh sind das etwa 5 Euro jährlich.
Eine kabelgebundene Maschine mit 700 Watt läuft bei 200 Einsatzstunden pro Jahr rund 140 kWh. Das entspricht etwa 49 Euro jährlich. Der Akku liegt bei den Energiekosten vorn.
Wartung und Akkuverschleiß
Kabelgebundene Maschinen benötigen Kohlebürsten und Kabel als Verschleißteile. Akkugeräte kommen ohne Kohlebürsten aus, dafür altern Akkuzellen.
Bosch Professional gibt in seinen Produkt- und Systemangaben Ladezeiten und Akkukapazitäten von Akkugeräten an. Diese Daten helfen bei der Kalkulation von Ersatzakkus.
Auf der Website von Metabo zu Elektrowerkzeugen finden sich Akkugeräte und Zubehör für Profi-Handwerker. Ein Ersatzakku kostet je nach Kapazität oft zwischen 60 und 120 Euro inkl. MwSt.
Über fünf Jahre sind zwei bis drei Ersatzakkus pro Arbeitsplatz realistisch. Das erhöht die Betriebskosten gegenüber kabelgebundenen Geräten.
Gesamtkosten über fünf Jahre
Ein Bosch GSR 18V-55 kostet mit zwei Akkus rund 349 Euro inkl. MwSt. Dazu kommen zwei Ersatzakkus mit zusammen etwa 150 Euro. Die Energiekosten liegen bei rund 25 Euro über fünf Jahre.
Die Summe beträgt etwa 524 Euro. Ein Bosch GSB 13 RE liegt bei 129 Euro inkl. MwSt. plus etwa 245 Euro Strom über fünf Jahre. Damit kommt die Kabelvariante auf rund 374 Euro.
Bei Metabo zeigt sich ein ähnliches Bild. Das Akkuset BS 18 L startet bei rund 279 Euro, die Kabelmaschine BE 751 bei rund 179 Euro. Die Differenz bleibt über die Nutzungsdauer bestehen.
Festool positioniert den T 18+3 bei rund 749 Euro inkl. MwSt. Die höhere Investition erklärt sich über Systemzubehör und Akkuplattform, nicht über niedrigere Energiekosten.
Einsatzgrenzen und Arbeitssicherheit
Auf Gerüsten und in Rohbauten fehlt häufig der Netzanschluss. Dort sind Akkugeräte die praktikable Lösung. In der Werkstatt an der Werkbank bleibt das Kabel meist die günstigere Wahl.
Die Hinweise der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zu Maschinen bündeln Vorgaben zu Maschinen und Betriebssicherheit. Beide Bauarten müssen die gleichen Schutzanforderungen erfüllen.
Kabelgebundene Maschinen bieten dauerhaft hohe Leistung ohne Ladepause. Akkugeräte verlieren bei Kälte Kapazität und brauchen Ladeinfrastruktur im Fahrzeug.
Häufige Fragen
Wann lohnt sich ein Akkugerät im Handwerk?
Bei Arbeiten ohne Netzanschluss und bei häufigen Standortwechseln. Die Zeitersparnis kann den Mehrpreis ausgleichen.
Wie hoch sind die Energiekosten eines Akkuladegeräts?
Bei 250 Ladevorgängen und 0,35 Euro pro kWh liegen sie in der Beispielrechnung bei etwa 5 Euro pro Jahr.
Was kostet ein Ersatzakku?
Je nach Kapazität und Hersteller meist zwischen 60 und 120 Euro inkl. MwSt. Festool liegt häufig darüber.
Welche Bauart ist für die Werkstatt günstiger?
Bei fester Station und langen Laufzeiten bleibt die kabelgebundene Maschine meist günstiger, weil Akkuverschleiß entfällt.
Wie oft muss ein Akku ersetzt werden?
Bei täglicher Nutzung sind zwei bis drei Ersatzakkus über fünf Jahre realistisch. Die Zyklenzahl steht in den Herstellerangaben.