Elektrowerkzeuge
Akkugeräte für Handwerk: Akkusysteme, Ladezeiten und Betriebskosten
Akkugeräte für Handwerk: Akkusysteme von Bosch 18V, Makita LXT, Milwaukee M18 und Metabo LiHD mit Ladezeiten, Preisen inkl. MwSt. und Betriebskosten pro Jahr.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Bosch Professional 18V, Makita LXT 18V, Milwaukee M18 und Metabo LiHD prägen den handwerklichen Alltag.
- Typische Ladezeiten liegen je nach Kapazität und Ladegerät zwischen rund 25 und 70 Minuten.
- Ein 4,0-Ah-Akku kostet im Fachhandel etwa 55 bis 130 Euro inklusive Mehrwertsteuer, ein Ladegerät 40 bis 120 Euro.
- Pro Gerät und Jahr fallen rund 30 bis 95 Euro Betriebskosten an, überwiegend für den Akkuverschleiß.
- Ein einheitliches System verringert die Zahl der Akkus und Ladegeräte und senkt die Kapitalbindung.
Vier Systeme, ihre Kapazitäten und ihre Preise
Wer Akkugeräte für Handwerk einkauft, entscheidet zuerst über ein System und erst danach über einzelne Maschinen. Akku, Ladegerät und Gerät sind mechanisch und elektrisch aufeinander abgestimmt. Diese Bindung wirkt über die gesamte Nutzungsdauer und bestimmt, welche Akkus später nachgekauft werden können.
Alle vier genannten Systeme arbeiten mit 18 Volt Nennspannung und decken Bohren, Schrauben, Sägen und Schleifen ab. Unterschiede zeigen sich bei Kapazität, Ladeleistung und Preis. Die folgende Übersicht fasst typische Werte zusammen.
| System | Nennspannung | Kapazitäten | Ladegerät | Ladezeit für 4,0 Ah | Akkupreis |
|---|---|---|---|---|---|
| Bosch Professional 18V | 18 V | 2,0 bis 12,0 Ah | GAL 18V-40, GAL 18V-160 | 45 bis 70 Minuten | 55 bis 90 Euro |
| Makita LXT 18V | 18 V | 1,5 bis 6,0 Ah | DC18RC, DC18RD | rund 36 Minuten | 60 bis 110 Euro |
| Milwaukee M18 | 18 V | 2,0 bis 12,0 Ah | M18 Rapid Charger | 45 bis 60 Minuten | 70 bis 130 Euro |
| Metabo LiHD | 18 V | 2,0 bis 8,0 Ah | ASC 55, ASC 145 | 25 bis 40 Minuten | 65 bis 120 Euro |
Die Preise sind typische Fachhandelsspannen inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer, gerundet.
Bosch Professional 18V deckt Kapazitäten von 2,0 bis 12,0 Ah ab. Am Ladegerät GAL 18V-40 benötigt ein 4,0-Ah-Akku etwa 45 bis 70 Minuten, das GAL 18V-160 liegt deutlich darunter. Akkus kosten meist 55 bis 90 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Ladezeiten und Systemdaten stehen bei Bosch Professional für Akkugeräte und Zubehör.
Makita LXT 18V ist im Handwerk am weitesten verbreitet. Die Akkus reichen von 1,5 bis 6,0 Ah, das Doppel-Ladegerät DC18RD lädt zwei Akkus gleichzeitig. Für einen 4,0-Ah-Akku nennt Makita am DC18RC rund 36 Minuten. Im Fachhandel kosten diese Akkus häufig 60 bis 110 Euro inklusive Mehrwertsteuer.
Milwaukee M18 ist auf hohe Stromabgabe ausgelegt, etwa für Schlagschrauber und Sägen. Erhältlich sind 2,0 bis 12,0 Ah, wobei die High-Output-Akkus höhere Dauerströme liefern. Milwaukee gibt für einen 5,0-Ah-Akku am Rapid Charger etwa 45 bis 60 Minuten an. Preise liegen meist zwischen 70 und 130 Euro inklusive Mehrwertsteuer.
Metabo LiHD nutzt Zellen mit geringerem Innenwiderstand. Das verkürzt die Ladezeit und erhöht die abgebbare Leistung: Metabo nennt für einen 4,0-Ah-LiHD-Akku am ASC 55 rund 25 bis 40 Minuten. Kapazitäten und Preise listet Metabo für Profi-Handwerker.
Die Preisspannen erklären sich aus der Zellbestückung. Ein 4,0-Ah-Akku enthält meist zehn Rundzellen, ein 12,0-Ah-Akku deutlich mehr. Mit der Kapazität steigen Gewicht und Preis, nicht aber die Spannung.
Mit der Kapazität steigt auch das Gewicht. Ein 12,0-Ah-Akku wiegt spürbar mehr als ein 4,0-Ah-Akku und verlagert den Schwerpunkt des Geräts. Bei Überkopfarbeit oder in engen Schächten ist das ein praktisches Argument gegen die größte Zelle.
Für Bohrmaschinen und Schlagschrauber reichen 4,0 bis 5,0 Ah in den meisten Fällen aus. Große Kapazitäten lohnen sich dort, wo das Gerät ohne Unterbrechung läuft, etwa bei Handkreissägen und Winkelschleifern.
Akkutechnik: Zellen, Kapazität und Zyklenfestigkeit
Die Kapazität eines Akkus beschreibt die Ladungsmenge, die er speichern kann. Sie wird in Amperestunden angegeben und ergibt mit der Spannung die Energiemenge. 18 Volt mal 4,0 Amperestunden ergeben 72 Wattstunden.
Die Stromentnahme entscheidet über die nutzbare Leistung. Zellen mit geringem Innenwiderstand geben mehr Strom ab, ohne stark einzubrechen. Deshalb unterscheiden Hersteller zwischen Standardakkus und Hochstromserien wie High Output bei Milwaukee oder LiHD bei Metabo.
Die Zyklenfestigkeit bestimmt, wie oft ein Akku geladen werden kann, bis seine Kapazität spürbar sinkt. Übliche Werte liegen zwischen 500 und 1.000 Ladezyklen. Metabo nennt für LiHD-Akkus eine höhere Zyklenfestigkeit als für Standardakkus.
Ein Ladezyklus ist nicht mit einem Ladevorgang gleichzusetzen. Wer einen halb vollen Akku nachlädt, verbraucht rechnerisch einen halben Zyklus. Kurze Nachladepausen sind daher schonender, als den Akku bis zur Abschaltung leer zu fahren.
Die Zellenbauform beeinflusst die Stromabgabe. Die verbreitete 18650-Zelle misst 18 Millimeter im Durchmesser und 65 Millimeter in der Länge, die größere 21700-Zelle entsprechend mehr. Größere Zellen erlauben höhere Ströme bei ähnlichem Gewicht.
Kälte und Hitze verkürzen die Lebensdauer. Ein Akku, der im Winter im ungeheizten Transporter liegt, verliert Leistung. Dauerhaft hohe Temperaturen beim Laden schaden der Zelle stärker als hohe Temperaturen bei der Entladung.
Ladezeiten: Kapazität, Ladestrom und Temperatur
Die Ladezeit folgt einer einfachen Beziehung: Kapazität geteilt durch Ladestrom. Ein 4,0-Ah-Akku an einem Ladegerät mit 4 Ampere wäre rechnerisch in einer Stunde voll. Verluste und die Ladekurve verlängern diesen Wert auf etwa 45 bis 70 Minuten.
Ladegeräte arbeiten nicht mit konstantem Strom. Sie starten mit hohem Strom und drosseln ihn ab etwa 80 Prozent Füllstand. Diese Regelung schützt die Zellen vor Überhitzung. Deshalb halbiert ein doppelt so starkes Ladegerät die Ladezeit nicht.
Vier Ladegerätklassen sind am Markt üblich: Standardladegeräte mit 2 bis 4 Ampere, Schnellladegeräte mit 6 bis 8 Ampere, Doppelgeräte mit zwei Schächten und Schnelllader mit aktiver Kühlung. Die Preise reichen von etwa 40 bis 120 Euro inklusive Mehrwertsteuer.
Ein Doppelladegerät mit zwei Schächten lädt nicht immer parallel. Viele Geräte laden nacheinander mit vollem Strom, was die Gesamtzeit gegenüber zwei Einzelladegeräten kaum verändert. Der Vorteil liegt im geringeren Platzbedarf und im niedrigeren Preis.
Für die Planung zählt die Laufzeit, nicht der Füllstand. Ein 18-Volt-Akku mit 4,0 Ah speichert 72 Wattstunden. Zieht ein Schlagschrauber 8 Ampere, reicht die Ladung rechnerisch für etwa 30 Minuten Dauerbetrieb. Die Pausen zwischen den Schraubvorgängen verlängern diesen Wert erheblich.
Metabo gibt für LiHD-Akkus deutlich kürzere Ladezeiten an als für vergleichbare Standardakkus. Ursache ist der geringere Innenwiderstand, der höhere Ladeströme ohne starke Erwärmung erlaubt.
Zwischenladen verkürzt die Wartezeit im Tagesverlauf. Wird ein Akku nach jeder Arbeitsunterbrechung zurück ins Ladegerät gesetzt, steht am Nachmittag mehr Ladung zur Verfügung als bei einem einzigen Ladevorgang am Abend.
Die Temperatur beeinflusst das Laden in beide Richtungen. Kalte Akkus nehmen weniger Ladung auf, heiße Akkus direkt aus dem Gerät belasten die Zellen. Am schonendsten laden Akkus zwischen 10 und 30 Grad Celsius.
Aus diesen Werten ergibt sich die Zahl der benötigten Akkus. Wer ein Gerät acht Stunden täglich führt, braucht mindestens drei Akkus oder ein Ladegerät mit zwei Schächten. Ein einzelner Akku deckt den Dauerbetrieb nicht ab.
Anschaffung: Vom Solo-Gerät zum einsatzfähigen Set
Solo-Geräte ohne Akku und Ladegerät sind günstiger, aber nur sinnvoll, wenn der Akkubestand ausreicht. Ein Akku-Bohrschrauber kostet solo oft 130 bis 190 Euro, im Set mit zwei 4,0-Ah-Akkus und Ladegerät 250 bis 350 Euro. Der Aufpreis entspricht ungefähr dem Einzelpreis der Akkus.
Beispielrechnung für einen Betrieb mit acht Maschinen, alle Preise inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer:
- Bedarf festlegen: acht Maschinen, davon vier mit hoher Stromaufnahme.
- Akkus planen: zwei Akkus für jede Maschine mit Dauerlast, einer für die übrigen, also zwölf Akkus zu durchschnittlich 80 Euro, zusammen 960 Euro.
- Ladegeräte planen: vier Ladegeräte zu je 80 Euro, zusammen 320 Euro.
- Maschinen beschaffen: acht Geräte zu durchschnittlich 220 Euro, zusammen 1.760 Euro.
- Summe bilden: rund 3.040 Euro für den Grundaufbau.
Ein zweiter Ladeschacht spart Wartezeit, kostet aber häufig 40 bis 60 Euro mehr. Auf Baustellen ohne festen Stromanschluss entscheidet die Zahl der einsatzfähigen Akkus über den Tagesablauf, nicht der einzelne Gerätepreis.
Set-Angebote sind nicht immer günstiger. Ein Set mit zwei kleinen Akkus kostet weniger als der Einzelkauf, deckt aber nur kurze Einsätze ab. Sinnvoll ist ein Vergleich des Preises pro Amperestunde, nicht des Gesamtpreises.
Beim Nachkauf zählt die Verfügbarkeit. Systeme, die der Hersteller über viele Jahre weiterführt, schützen die Investition. Vor dem Kauf lohnt die Prüfung, ob Akkus und Ladegeräte auch in fünf Jahren noch im Programm stehen.
Betriebskosten pro Gerät und Jahr
Die laufenden Kosten bestehen vor allem aus Stromverbrauch und Akkuverschleiß. Der Stromanteil ist gering. Ein voller Ladevorgang eines 4,0-Ah-Akkus verbraucht mit Ladeverlusten etwa 0,09 Kilowattstunden. Bei einem Strompreis von 0,25 Euro pro Kilowattstunde sind das rund zwei Cent.
Deutlich teurer ist der Akkuverschleiß. Ein Akku für 110 Euro hält üblicherweise etwa 700 Ladezyklen. Daraus ergeben sich rund 16 Cent pro Ladevorgang, unabhängig davon, wie lange die Ladung im Gerät reicht.
Show the numbers
| Akku-Bohrhammer | 150 |
|---|---|
| Akku-Bohrschrauber | 300 |
| Akku-Winkelschleifer | 350 |
| Akku-Schlagschrauber | 500 |
| Akku-Handkreissäge | 200 |
Grundlage der Beispielrechnung: Strompreis 0,25 Euro pro Kilowattstunde, Akkupreis 110 Euro, 700 Ladezyklen. Die Werte sind gerundet.
Die Spanne reicht von rund 27 bis 93 Euro pro Gerät und Jahr. Den größten Anteil trägt der Akkuverschleiß, den kleinsten der Strom. Reparaturen und Ausfallzeiten sind in dieser Rechnung nicht enthalten.
Akkus mit höherer Zyklenfestigkeit senken diesen Posten. Muss ein Akku erst nach 1.000 statt nach 700 Ladevorgängen ersetzt werden, sinkt der Verschleißanteil um etwa 30 Prozent. Bei sechs Akkus im Betrieb sind das schnell 100 Euro pro Jahr.
Reparaturen kommen als weiterer Posten hinzu. Ein Ladegerät fällt selten aus, ein Schalter oder Getriebe dagegen häufiger. Für die Wirtschaftlichkeit zählt deshalb auch die Ersatzteilversorgung des Herstellers.
Auch die Zahl der Ladevorgänge lässt sich beeinflussen. Größere Akkus verringern die Zahl der Nachladungen, kosten aber mehr in der Anschaffung. Ob sich das rechnet, hängt von der Nutzungsintensität des jeweiligen Geräts ab.
Die Stromkosten lassen sich mit einem Zwischenstecker messen. Wer die Ladevorgänge einer Woche zählt und mit dem Verbrauch pro Ladung multipliziert, erhält belastbare Jahreswerte für die Kalkulation.
Beispielrechnung: Fünf Geräte über drei Jahre
Die folgende Rechnung zeigt, wie sich Anschaffung und Betrieb über mehrere Jahre entwickeln. Grundlage sind die fünf Geräte aus der Tabelle, sechs Akkus und drei Ladegeräte.
- Betriebskosten addieren: 27 plus 54 plus 65 plus 93 plus 38 ergibt 277 Euro pro Jahr.
- Auf drei Jahre hochrechnen: 831 Euro.
- Akkuersatz einplanen: Von sechs Akkus erreichen zwei innerhalb von drei Jahren das Zyklusende, der Ersatz kostet 220 Euro.
- Summe bilden: 1.051 Euro über drei Jahre.
- Auf das Jahr umrechnen: rund 350 Euro für den gesamten Park, also etwa 70 Euro pro Gerät und Jahr.
Ausfallzeiten sind nicht enthalten. Steht eine Maschine wegen eines leeren Akkus still, kostet das mehr als der Akku selbst. Zwei Reserveakkus sind deshalb günstiger als jede Wartezeit auf der Baustelle.
Ein einheitliches System wirkt ebenfalls auf die Kosten. Sechs Akkus für fünf Geräte sind günstiger als drei getrennte Systeme mit eigenen Akkus und Ladegeräten.
Sicherheit, Lagerung und Gefährdungsbeurteilung
Akkugeräte gehören in die Gefährdungsbeurteilung des Betriebs. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin beschreibt Anforderungen an elektrische Produkte im gewerblichen Einsatz. Dazu zählen Schutzklassen, Prüffristen und der Umgang mit beschädigten Akkus.
Für handgeführte Elektrowerkzeuge gilt die Normenreihe DIN EN 62841. Sie legt Anforderungen an Sicherheit und Prüfung fest und ist Grundlage für die Konformitätsbewertung der Geräte.
Geladen wird auf nicht brennbarem Untergrund und entfernt von Spänen, Lacken und Lösungsmitteln. Ein Ladegerät in einem Regal voller Staub ist kein Nebenplatz, weil Lithium-Ionen-Zellen bei einem Defekt sehr heiß werden können. Die BAuA bündelt Hinweise zu Maschinen und Betriebssicherheit.
Beschädigte Akkus mit Verformung, Riss oder auffälligem Geruch werden sofort aus dem Verkehr gezogen. Sie gehören in die Rücknahme und nicht in die Werkstattablage. Grundlage für den Betrieb sind die Vorschriften und Regeln der DGUV.
Ladegeräte sollten nicht über Nacht unbeaufsichtigt in Bereichen mit brennbaren Stoffen laufen. Eine Ladestation mit festem Platz, Brandmelder und Feuerlöscher ist in vielen Betrieben die pragmatische Lösung.
Beim Transport im Fahrzeug gehören Akkus nicht in die pralle Sonne. Ein Koffer im geschlossenen Kofferraum erreicht im Sommer Temperaturen, die der Zelle dauerhaft schaden. Ein belüfteter Innenraum ist die bessere Wahl.
Akkus entsorgen und Rohstoffe zurückgewinnen
Akkus dürfen nicht in den Restmüll. Hersteller und Händler sind nach dem Batteriegesetz zur Rücknahme verpflichtet. Der ZVEI bündelt Informationen zum Thema Batterien und beschreibt Wege für die Sammlung.
Für Betriebe lohnt sich eine Sammelstelle mit klarer Beschriftung. Ausgediente Akkus werden dort gesammelt und über einen zertifizierten Entsorger abgegeben. Das vermeidet Kurzschlüsse durch beschädigte Kontakte und erfüllt die Nachweispflichten.
Beschädigte Akkus werden einzeln verpackt, etwa in einer Kunststoffwanne mit Sand. Lithium-Ionen-Zellen können durch Kurzschlüsse in Brand geraten, wenn Pole im Sammelbehälter aneinanderliegen.
Wann sich ein Systemwechsel rechnet
Ein Wechsel ist selten eine Frage der Technik, sondern eine Frage der Kosten. Werkzeuge halten oft länger als Akkus. Geht ein System vom Markt, wird der Akkunachkauf zum Problem.
Ein Wechsel lohnt sich rechnerisch, wenn der Altbestand über mehrere Jahre ersetzt werden muss. Sind sechs Akkus und drei Ladegeräte fällig, liegen die Kosten schnell zwischen 800 und 1.200 Euro, bevor die erste Maschine ersetzt ist.
Bleibt der Altbestand nutzbar, ist die Ergänzung um ein neues System meist teurer als der Nachkauf einzelner Akkus. Zwei Systeme bedeuten zwei Akkulager und zwei Typen von Ladegeräten.
Der Restwert des Altbestands ist gering. Gebrauchte Akkus lassen sich kaum verkaufen, weil ihre Restlebensdauer unbekannt ist. Maschinen ohne passende Akkus finden ebenfalls nur schwer Abnehmer.
Checkliste für die Beschaffung
- Prüfen, welches System im Betrieb schon vorhanden ist und ob es langfristig lieferbar bleibt.
- Akkukapazität nach Stromaufnahme der Geräte wählen, nicht nach dem günstigsten Preis.
- Ladegeräte mit zwei Ladeschächten für Baustellen und Fahrzeuge einplanen.
- Anschaffungspreise inklusive Mehrwertsteuer und Betriebskosten über drei Jahre gegenüberstellen.
- Ersatzakkuversorgung, Prüffristen und Entsorgungsweg vor der Bestellung klären.
Häufige Fragen
Wie viele Akkus braucht ein Betrieb pro Gerät?
Als Faustregel gilt ein Akku pro Gerät plus ein Reserveakku für je zwei Geräte. Bei Schlagschraubern und Winkelschleifern mit hoher Stromaufnahme sind zwei Akkus pro Gerät realistischer, weil die Laufzeit je Ladung deutlich kürzer ausfällt.
Sind Akkus mit 12,0 Ah wirtschaftlich sinnvoll?
Bei Sägen und Schleifern mit langer Dauerlast ja, weil sie Ladevorgänge einsparen. Für Bohren und Schrauben sind 4,0 bis 5,0 Ah günstiger, leichter und schneller geladen.
Wie lange halten Akkus im Handwerksbetrieb?
Die Lebensdauer bemisst sich in Ladezyklen, nicht in Jahren. Bei 700 Zyklen und drei Ladevorgängen pro Woche sind das rechnerisch über vier Jahre. Hohe Temperaturen und Tiefentladung verkürzen die Nutzungsdauer deutlich.
Lassen sich Akkusysteme im Betrieb mischen?
Technisch passen Akkus nur in Geräte desselben Systems. Adapter gibt es, sie kosten Anschaffung und bringen Übertragungsverluste. Für einen wirtschaftlichen Akkupark bleibt ein System pro Werkstatt die klarste Lösung.
Was kostet der Strom für einen Akku im Jahr?
Ein 4,0-Ah-Akku benötigt pro Ladevorgang rund 0,09 Kilowattstunden inklusive Ladeverluste. Bei 300 Ladevorgängen und 0,25 Euro pro Kilowattstunde sind das etwa sieben Euro im Jahr.
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