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Teil von Akkugeräte für Handwerk: Akkusysteme, Ladezeiten und Betriebskosten

Akkugeräte für Handwerk in 4 Schritten wirtschaftlich bewerten

Akkugeräte für Handwerk: Vier Schritte von Anschaffung bis Restwert, mit Ladeverlusten, Strompreisen für 2024 und Beispielrechnung in Euro je Akku-Set.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Vier Kostenblöcke entscheiden: Anschaffung, Energie, Wartung, Restwert.
  • Der Akku ist meist der teuerste Posten, nicht das Gerät.
  • Ladeverluste von 10 bis 20 Prozent gehören in jede Rechnung.
  • Ohne Restwertansatz wirkt jedes Akkugerät zu teuer.
  • Kabel und Akku trennen sich selten über den Strompreis, sondern über Rüstzeit.

Schritt 1: Anschaffungskosten vollständig erfassen

Kaufen Sie kein Einzelgerät, sondern ein einsatzfähiges Set. Zum Akkugerät gehören mindestens zwei Akkus, ein Ladegerät und oft Systemzubehör. Ein Akku-Bohrschrauber ohne Akku kostet vielleicht 150,00 Euro, das Set mit zwei Akkus und Ladegerät schnell 400,00 Euro. Notieren Sie für jede Variante den Preis, mit dem die Maschine am ersten Tag läuft.

Prüfen Sie parallel, wie viele Akkus ein Arbeitstag frisst. Bei Bohrschraubern reichen zwei, bei Sägen und Winkelschleifern sind drei bis vier realistisch. Jeder zusätzliche Akku erhöht die Anschaffung, senkt aber die Wartezeit. Rechnen Sie diese Wartezeit mit Ihrem Verrechnungssatz, sonst bleibt die Zahl im Bauchgefühl.

Legen Sie den Betrachtungszeitraum vorher fest. Fünf Jahre sind im Handwerk üblich, bei sehr hoher Last eher drei. Nur über denselben Zeitraum lassen sich Kabel- und Akkuvariante sauber vergleichen.

Schritt 2: Energie- und Ladekosten berechnen

Der Stromverbrauch ist der kleinste Block, aber er lässt sich sauber rechnen. Ein 18-Volt-Akku mit 5,0 Ah speichert 90 Wattstunden. Mit Ladeverlusten von 10 bis 20 Prozent landen Sie bei 99 bis 108 Wattstunden aus der Steckdose. Der Fachverband Batterien im ZVEI beschreibt Aufbau und Ladeverhalten dieser Packs.

Rechnen Sie im Beispiel mit 30 Cent je Kilowattstunde inklusive MwSt. für einen Gewerbebetrieb. Die Bundesnetzagentur weist für Haushaltskunden 2024 im Bundesschnitt rund 41 Cent je Kilowattstunde aus; gewerbliche Abnahmefälle liegen darunter. Eine Ladung kostet dann etwa 3 Cent. Bei 200 Ladevorgängen im Jahr sind das 6,48 Euro. Schnellladegeräte verkürzen die Ladezeit, Bosch Professional nennt Ladezeiten je Akkukapazität.

Der Eigenverbrauch der Ladegeräte fällt klein aus. Wer den ganzen Tag lädt, sollte trotzdem fünf Prozent der Ladeenergie als Bereitschaftsverlust aufschlagen.

Schritt 3: Wartung und Akkuwechsel kalkulieren

Akkus sind Verbrauchsmaterial. Hohe Temperaturen und Tiefentladung verkürzen die Lebensdauer. Ein 18-Volt-Akku mit 5,0 Ah kostet je nach Serie etwa 90,00 bis 150,00 Euro inklusive MwSt. Vier Akkus zu je 120,00 Euro ergeben 480,00 Euro; bei drei Jahren Nutzungsdauer sind das 160,00 Euro pro Jahr.

Dazu kommen Ladegeräte, Kohlebürsten bei älteren Maschinen und Reparaturen. Bürstenlose Motoren senken diesen Posten deutlich. Der Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes hilft, Ersatzteil- und Gerätepreise über die Jahre fortzuschreiben.

Rechnen Sie den Akkuwechsel in die Stundensatzkalkulation ein. Bei 1.500 Einsatzstunden im Jahr entsprechen 160,00 Euro Akkukosten rund 0,11 Euro pro Stunde.

Schritt 4: Restwert und Wiederverkauf ansetzen

Nach fünf Jahren ist ein Akkugerät selten wertlos. Realistisch sind 15 bis 25 Prozent des Neupreises, bei Kabelgeräten eher 20 bis 30 Prozent. Akkus selbst finden kaum Käufer, weil ihre Kapazität altert. Verkaufen Sie Geräte deshalb mit einem frischen Akku oder ohne.

Die Plattformbindung drückt den Preis zusätzlich. Wer in ein fremdes Akkusystem wechselt, verliert den Wert des gesamten Bestands. Metabo führt Akkus und Ladegeräte getrennt im Programm, der Wiederverkauf einzelner Komponenten bleibt trotzdem zäh.

Rechnungen, Ladezyklen und ein zweiter Akku erhöhen den erzielbaren Preis. Dokumentieren Sie den Kauf, das stützt die Verhandlung.

Beispielrechnung für ein 18-Volt-Set

Position Annahme Kosten über fünf Jahre
Anschaffung Gerät, zwei Akkus, Ladegerät 400,00 Euro inklusive MwSt.
Energie 200 Ladungen je Jahr, 108 Wattstunden, 30 Cent je Kilowattstunde 32,40 Euro
Wartung ein Ersatzakku im vierten Jahr 120,00 Euro
Restwert Verkauf im fünften Jahr minus 60,00 Euro
Summe 492,40 Euro

Damit kostet das Set 98,48 Euro pro Jahr. Ein Kabelgerät mit gleicher Leistung liegt bei rund 220,00 Euro über fünf Jahre. Der Akku gewinnt nicht über die Energie, sondern über die Rüstzeit. Wer täglich zehn Minuten Kabelziehen spart, spart bei 60,00 Euro Verrechnungssatz rund 10,00 Euro am Tag. Fällt diese Zeitersparnis weg, bleibt die Akkuvariante teurer.

Häufige Fragen

Wie hoch sind Ladeverluste bei Akkugeräten?

Üblich sind 10 bis 20 Prozent der gespeicherten Energie. Bei 90 Wattstunden Akkuinhalt sind das 9 bis 18 Wattstunden zusätzlich aus der Steckdose.

Ab wann rechnet sich ein Akkugerät gegenüber dem Kabel?

Sobald die Rüstzeit mehr kostet als der Mehrpreis. Bei zehn Minuten täglich und einem Verrechnungssatz von 60,00 Euro reicht oft ein Monat, um den Aufpreis zu rechtfertigen.

Was kostet ein Ersatzakku im Handwerk?

Je nach Spannung und Kapazität etwa 90,00 bis 150,00 Euro inklusive MwSt. für einen 18-Volt-Akku mit 5,0 Ah.

Wie setze ich den Restwert in der Investitionsrechnung an?

Mit 15 bis 25 Prozent des Neupreises nach fünf Jahren. Kaufdatum und Ladezyklen sollten dokumentiert sein, das stützt den Preis.

Zählt der Akku zum Gerät oder zum Verbrauchsmaterial?

Kaufmännisch ist er Verbrauchsmaterial. Planen Sie ihn als laufende Kosten ein, nicht als einmalige Anschaffung.

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