Elektrowerkzeuge
Teil von Handwerkzeuge im Vergleich von Zangen, Schraubenschlüsseln und Steckschlüsseln
Handwerkzeuge für Profis prüfen mit Checkliste für Einkauf und Pflege
Handwerkzeuge für Profis: Checkliste für Einkauf, Wareneingang, Pflegeintervalle und Schärfen, mit Werkstoff-, Norm- und DGUV-Prüfpunkten für die Werkstatt.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Der Einkauf entscheidet über die Haltbarkeit: Werkstoff, Norm und Kennzeichnung gehören in die Bestellung.
- Jede Lieferung wird vor der Einlagerung geprüft, nicht erst an der Werkbank.
- Pflegeintervalle richten sich nach Belastung, nicht nach dem Kalender.
- Schneidwerkzeuge werden mit passendem Winkel, geeigneter Körnung und Schnittschutz geschärft.
- Prüfpflichten und Unterweisung folgen aus der Gefährdungsbeurteilung.
Einkauf: fünf Punkte, die später Ärger sparen
Die meisten Reklamationen scheitern daran, dass Werkstoff und Norm nicht mitbestellt wurden. Fünf Punkte gehören deshalb in jede Bestellung.
- Werkstoff festlegen: Chrom-Vanadium-Stahl für Schraubenschlüssel und Steckschlüsseleinsätze, Chrom-Molybdän-Stahl für hohe Dauerlast, legierter Werkzeugstahl mit angegebener Härte für Meißel und Stemmeisen.
- Norm benennen: DIN 3113 für Ring-Maulschlüssel, DIN ISO 5746 für Zangen und Seitenschneider, DIN EN 60900 für isolierte Werkzeuge bis 1.000 Volt Wechselspannung.
- Kennzeichnung verlangen: Hersteller, Werkstoff, Größe, Chargennummer und bei geprüfter Ware das GS-Zeichen. Fehlende Kennzeichnung erschwert die spätere Zuordnung.
- Griff und Gelenk bewerten: Zwei-Komponenten-Griff ohne scharfe Kanten, definiertes Spiel im Gelenk, fest eingepresste Klinge.
- Nachkauf regeln: Bezugsquelle für einzelne Größen, Lieferzeit und die Frage, ob Klingen, Federn oder Dichtungen einzeln erhältlich sind.
Bei etablierten Anbietern gehören Werkstoffangabe und Normverweis zur Produktdokumentation. Fehlen sie im Angebot, vor der Bestellung nachfragen.
| Kategorie | Etablierte Anbieter |
|---|---|
| Zangen, Seitenschneider | Knipex |
| Schraubendreher, Bits | Wera, Wiha |
| Schraubenschlüssel, Steckschlüssel | Gedore, Hazet, Stahlwille |
| Sägen, Feilen | Bahco, Stanley |
Die Zuordnung ist ein Beispiel, keine Rangfolge. Auf BAuA zu geprüften Produkten steht, was das GS-Zeichen abdeckt. Es belegt geprüfte Sicherheit, ersetzt aber keine Werkstoffangabe.
Wareneingangskontrolle: fünf Prüfpunkte vor der Einlagerung
Die Reihenfolge bleibt bei jeder Lieferung gleich.
- Lieferschein gegen Bestellung abgleichen: Artikelnummer, Größe, Ausführung, Menge.
- Kennzeichnung prüfen: Hersteller, Werkstoffangabe, Normverweis, Chargennummer.
- Verarbeitung ansehen: Grate, Risse, ungleichmäßige Härte, Spiel in Gelenken.
- Funktionstest: Zange schließt vollständig, Ratsche rastet sauber, Klinge sitzt fest im Griff.
- Mängel sofort rügen, mit Datum, Foto und betroffener Menge.
Ein Beispiel: Von zehn Ringschlüsseln zu je 18 Euro trägt einer einen geweiteten Ring. Eingelagert rutscht er später über die Mutter, statt sie zu fassen, und die Reklamation ist kaum noch durchsetzbar.
Die Anforderungen der BetrSichV an Arbeitsmittel gelten auch für Handwerkzeuge: Beschaffung, Verwendung und Instandhaltung sind zu regeln, unabhängig davon, ob die Werkzeuge gekauft oder gestellt werden.
Pflegeintervalle nach Belastung planen
| Werkzeuggruppe | Maßnahme | Intervall |
|---|---|---|
| Schraubendreher, Zangen | Gelenke ölen, Griffe auf Risse prüfen | wöchentlich bei Dauereinsatz |
| Ringschlüssel, Steckschlüssel | Sichtprüfung auf Aufweitung und Risse | monatlich |
| Feilen, Raspeln | Feilenbürste, kein Öl auf den Hieb | nach jedem Einsatz |
| Stemmeisen, Meißel | Schneide schärfen, Schlagkopf entgraten | vor jedem Einsatz |
| Maßbänder, Wasserwaagen | Libellen und Skalen kontrollieren | vierteljährlich |
Aufgeweitete Ringe, ausgeschlagene Gelenke und abgerundete Klingen sind Ausschusskriterien. Wer sie weiter nutzt, arbeitet mit höherem Kraftaufwand und steigendem Abrutschrisiko.
Die Vorschriften, Regeln und Informationen der DGUV ordnen Prüfung und Unterweisung ein.
Schärfen von Schneidwerkzeugen in fünf Schritten
- Schutzausrüstung anlegen: Schnittschutzhandschuhe und Schutzbrille.
- Werkzeug fest spannen, Schneide vom Körper weg führen.
- Winkel und Körnung nach Herstellerangabe wählen.
- Mit gleichmäßigem Druck arbeiten; bei Maschineneinsatz kühlen, sonst verliert die Schneide Härte.
- Grat abziehen, Schneide auf Risse prüfen, Schutz aufsetzen.
An Schleifbogen und Schleifmaschinen keine Handschuhe tragen, dort droht Einzug an der rotierenden Scheibe. Stumpfe Werkzeuge sind gefährlicher als scharfe, weil der nötige Druck das Abrutschen begünstigt. Bei glatten oder feuchten Werkstücken ist diese Wahrscheinlichkeit besonders hoch.
Prüfpflichten und Nachweise im Betrieb
Prüffristen ergeben sich aus der Gefährdungsbeurteilung, nicht aus einer Pauschaltabelle. Für Handwerkzeuge genügt in vielen Betrieben die Sichtprüfung vor dem Einsatz plus eine dokumentierte Prüfung in festen Abständen. Ausgesonderte Werkzeuge werden gekennzeichnet und aus der Werkbank entfernt.
Häufige Fragen
Wie oft müssen Handwerkzeuge geprüft werden?
Vor jedem Einsatz per Sichtprüfung, zusätzlich in Abständen, die die Gefährdungsbeurteilung festlegt. Auffällige Werkzeuge werden sofort aussortiert.
Woran erkenne ich, dass ein Schraubendreher ausgetauscht werden muss?
Griffrisse, eine verbogene Klinge oder eine abgenutzte Spitze, die nicht mehr fasst. Solche Werkzeuge gehören in den Ausschuss.
Muss ich Schärfarbeiten dokumentieren?
Eine einzelne Feilarbeit nicht. Dokumentiert werden Unterweisungen, Prüfungen und ausgesonderte Werkzeuge.
Was tun bei mangelhafter Lieferung?
Ware separieren, sperren, Mängel mit Datum und Foto rügen und dem Lieferanten melden. Erst danach einlagern.
Welche Regeln gelten beim Schärfen an Maschinen?
Keine Handschuhe, Schutzbrille, feste Spannung und Kühlung. Passende Schutzhauben sind Pflicht.